Oldtimer Besichtigung und Probefahrt


Nachdem alle Vorbereitungen getroffen sind, vereinbaren Sie mit den Verkäufer einen Termin zur Besichtigung. Wenn möglich, sollten Sie zu diesem Termin eine weitere Person begleiten, „4 Augen“ sehen mehr als 2. Im besten Fall kennt sich Ihre Begleitung mit den Oldtimer gut aus und kann wichtige Informationen direkt vor Ort an Sie weitergeben. Über unsere Webseite können Sie ebenfalls einen sachkundigen Experten buchen der Sie zum Besichtigungstermin begleitet. Der Oldtimer wird dann von uns auf eventuelle Mängel oder Schwachstellen geprüft. In jedem Fall sollten Sie als erstes den Zustand des Oldtimers überprüfen. Stimmen die vom Verkäufer gemachten Angaben auch mit dem Fahrzeug überein ? Um den aktuellen Zustand des Oldtimers einzugrenzen, kann Ihnen unsere „Checkliste in 11 Schritten den Oldtimer Zustand ermitteln“ eine Hilfe sein. Einfach die Checkliste ausdrucken und zum Besichtigungstermin mitnehmen. Was Sie auch zur Besichtigung mitnehmen sollten, eine Taschenlampe, einen Magneten oder Lackschichtmesser, eine Decke und einen Schraubenzieher.

oldtimer kaufberatung bei besichtigung und kaufbegleitung

Oldtimer Papiere überprüfen

Papiere und Dokumente zum Fahrzeug auf Plausibilität prüfen, ist z.B. der Kilometerstand nachvollziehbar ? Kontrolle aller Fahrzeugpapiere das Scheckheft sowie eventuell vorhandener Rechnungen. Die Dokumente auf Plausibilität kontrollieren. Unstimmigkeiten mit dem Verkäufer abklären. Die Fahrgestellnummer (FIN) in den Papieren mit der am Fahrzeug vergleichen. Die Fahrgestellnummer ist am Typenschild eingeschlagen, findet sich aber je nach Modell auch im Motorraum oder am Türholm. Fragen Sie den Verkäufer warum er das Auto verkauft, fragen Sie auch nach eventuell vorhandenen Mängel die nicht im Inserat angegeben wurden. Falls das Fahrzeug restauriert wurde, lassen Sie sich wenn möglich Bilder der Arbeiten vor, während und nach der Restaurierung zeigen. Vielleicht kann Ihnen der Verkäufer auch interessantes über die bisherigen Vorbesitzer und zur Geschichte des Oldtimers erzählen. Sie sollten aber auch wissen das einige Oldtimer Verkäufer hier mit herzzerreißenden Geschichten zum Oldtimer versuchen das Fahrzeug „interessanter“ zu machen. Wenn vom verstorbenen Herzog oder Graf die Rede ist, der das Fahrzeug noch bis kurz vor seinen Tod liebevoll pflegte, sollten Sie die nötige Skepsis walten lassen. Es ist nicht ausgeschlossen das prominente oder adelige die Vorbesitzer waren, dies sollte aber dann schon glaubhaft belegbar sein.

Oldtimer Karosserie Check

Nehmen Sie sich die Zeit und kontrollieren Sie die Karosserie gründlich. Insbesondere sollten die Abstände und Spaltmaße einheitlich sein, wenn Teile der Karosserie Ungleichmäßigkeiten an den Übergängen aufweisen, kann das ein Hinweis auf nachträglich ausgetauschte Teile sein. Oft sind dann auch Lösespuren an den Schrauben (Scharnier Schrauben, Kotflügel Schrauben etc.) zu erkennen. Fragen Sie dann den Verkäufer ob in der Vergangenheit ein Unfall, Reparaturen oder Arbeiten wie eine Restauration der Grund für die ausgetauschten Teile sind. Gehen Sie um das Fahrzeug herum und kontrollieren Sie ob alle Modell typischen Eigenschaften wie Chromteile, Leisten, Spiegel Radkappen und Zierringe vorhanden sind. Der Ersatz von fehlenden oder nicht originalen Teilen ist meistens sehr teuer. Wie ist der Zustand der Verglasung gibt es Risse oder Eintrübungen ? Öffnen Sie alle Türen inklusive Motorhaube und Kofferraum und kontrollieren Sie ob das Verschließen einwandfrei ohne größeren Kraftaufwand und ohne Versatz möglich ist. Suchen Sie nach Rost oder im schlimmsten Fall nach Durchrostungen am Fahrzeug. Rost kann sich an vielen Stellen bilden, deshalb sollte die gesamte Karosserie und auch der Unterboden kontrolliert werden. Auf der Suche nach Rost sollten Sie im Kofferraum auch unter den Abdeckungen und Teppichen nachschauen. Ebenso sollten die Radhäuser, alle Türen, Motorraum und der Fahrgastraum (Teppich anheben) auf Rost kontrolliert werden. Wenn möglich fahren Sie auf eine Hebebühne und prüfen den Unterboden, besonders schlecht ist Rost oder gar Durchrostungen natürlich an tragenden Teilen. Poröse Stellen geben bei Druck mit dem Schraubenzieher nach oder blättern ab. Beim Blick unter das Fahrzeug auch nach Hinweise auf nachträglich ausgeführte Schweißarbeiten suchen. Gleichzeitig kann man den Unterboden nach Aufsetzern kontrollieren. Dellen, Abschürfungen, verbogene Teile oder ähnliche Unregelmäßigkeiten sind ein Indiz dafür das das Fahrzeug „Bodenkontakt“ hatte.

Lack Kontrolle

Kontrollieren Sie den Lack auf vorhandene Kratzer oder Beulen. Aufgeblähte Stellen im Lack oder Pickel sind Hinweise auf Rost unter der Lackschicht. Der Lack sollte auch auf Lackschatten und Farbunterschiede kontrolliert werden. Vorhandene Farbunterschiede im Lack oder nicht sauber lackierte Stellen deuten auf ausgetauschte oder einfach nur über lackierte Teile hin. Ein Unfall könnte z.B. der Grund sein. Wenn der Oldtimer nach lackiert worden ist, kann man häufig auch an den Dichtungen und Gummis Spuren alter Farbreste finden. Noch besser, einfach mit einen Magnet oder mit einen Lackschichtmesser über den Lack fahren. Aufgefüllte Dellen und über lackierte Stellen sind dadurch recht einfach zu finden. Hält das Magnet ist es in Ordnung, fällt es runter wurde gespachtelt. Darüber hinaus kann man auch nach Abklebe-Spuren an Hauben kanten und Türen suchen. Bei nachträglich durchgeführten Lackierungen kann man mit etwas Gefühl auch den Lackrand an den Kanten ertasten, vorausgesetzt es wurde nur die Außenhaut nach lackiert. Schlecht reparierte Schäden die aus Unfällen resultieren kann man häufig anhand der Faltenbildung am Lack erkennen. Neuralgische Stellen die kontrolliert werden sollten, sind der Heckbereich, Stoßfänger, Kotflügel und die Türen. Im Kofferraum nach Faltenbildung suchen, dazu den Teppich anheben, ebenso die Mulde für das Ersatzrad kontrollieren. Vorne sollte man die beiden Längsträger und den Kühlerträger auf Hinweise einer Nach-Lackierung und/oder Faltenbildung überprüfen. Ein Indiz für einen schlecht reparierten Unfall kann man z.B. auch an den Dachholmen feststellen. Wenn beim flachen Blick über die beiden Dachholme links und rechts Dellen zu finden sind, meistens im Bereich der B-Säule oder kurz dahinter kann man von einen Unfallschaden ausgehen.

Oldtimer Feuchtigkeits-Check

Kommt Feuchtigkeit ins Fahrzeuginnere besteht erhöhte Rostgefahr, umso wichtiger ist das alle Dichtungen und Gummis intakt sind. Gerade bei älteren Fahrzeugen sollte man eine gründliche Kontrolle an den Dichtungen und Gummis außen wie innen durchführen. Besonderes Augenmerk sollte den Dichtungen an Türen und Kofferraum gelten. Sind die Gummis porös, eingerissen oder lösen sich teilweise schon ab, kann Regenwasser eindringen. Wenn der Oldtimer Probleme mit Feuchtigkeit hat, kann man dies auch häufig an einem modrigen oder muffigen Geruchsbild erkennen. Der Austausch von Gummidichtungen und die Beseitigung von Schäden durch Feuchtigkeit können mitunter sehr teuer sein. Im Zweifelsfall lieber Finger weg vom Fahrzeug.

Oldtimer Motorraum Kontrollieren

Kontrollieren Sie den Motorraum, insbesondere den Bereich der Domstrebe, Radkästen und der Längsträger auf Rostansatz. Sind Motor und Getriebe Original ? Gibt es Anzeichen für Ölverlust oder nachträglich durchgeführte Schweißarbeiten ? Wenn der Motor zu sauber aussieht, könnte eine Motorwäsche durchgeführt worden sein. Dann sollten Sie auf jeden Fall nach der Probefahrt nochmal in den Motorraum schauen und nach Öllecks Ausschau halten. Von unten sollte kein Ölaustritt zwischen Getriebe und Motor zu erkennen sein. Prüfen Sie auch den Zustand der Kabel und Leitungen auf poröse stellen und Dichtigkeit. Insbesondere die Gummischläuche und die Benzinleitung sollten in einen guten Zustand sein, ansonsten riskiert man bei einen Riss oder ein aufplatzen einen Fahrzeugbrand. Wie ist der Zustand von elektrischen Leitungen, wurden ggf. zusätzliche eingezogen oder Leitungen geflickt ? Wann wurde der letzte Ölwechsel (siehe Ölwechselzettel) gemacht ? Gibt es Rückschlüsse auf einen Zahnriemenwechsel ? Passen die Angaben im Scheckheft mit der Laufleistung zusammen ? Öffnen Sie den Öleinfülldeckel, falls im Deckel oder am Messstab grauer Schaum zu sehen ist, könnte die Zylinderkopfdichtung defekt sein.

Fahrzeugraum Check

Wie sieht es im Fahrzeuginnenraum aus ? Bei alten Fahrzeugen sind Spuren der Jahre und Benutzung unvermeidlich. Kontrollieren Sie deshalb alle Armaturen auf Funktion und ob es sich um die ab Werk Originalen Geräte handelt. Fehlende Instrumente oder defekte Geräte zu ersetzten ist oft sehr teuer, wenn man diese überhaupt noch bekommen kann. Wie ist der Zustand der Sitze ? Gibt es Verschleiß, Risse oder Flecken im Polster oder in der Lederausstattung. Bei Cabrios auch den Zustand, die Dichtheit und die Funktion vom Verdeck überprüfen.

Kofferraum Kontrolle

Als erstes Bodenbelag und Verkleidungen soweit möglich anheben und nach Rost suchen. Riecht es muffig könnten sich bereits durch eindringende Feuchtigkeit Rostnester gebildet haben. Im Zweifelsfall den Oldtimer mit weichem Wasserstrahl abspritzen und schauen ob alles dicht ist. Auch nachschauen ob ein Ersatzreifen oder Werkzeug vorhanden ist.

Probefahrt

Den Motor starten und im Stand erst mal eine Zeit laufen lassen. Achten Sie auf ungewöhnliche Motorgeräusche, normalerweise sollte der Motor ruhig und ohne größere Drehzahlschwankungen laufen. Währenddessen können Sie die Funktion und Anzeigen der Armaturen überprüfen. Insbesondere (Temperatur, Ölanzeige, Tacho, Drehzahlmesser). Geben Sie im Stand etwas Gas und achten Sie auf die Farbe der Abgase. Dunkle Wolken, blaue oder sehr helle Wolken könnten auf einen defekt im Motor hindeuteten. Läuft der Motor in allen Temperaturbereichen (kalt – warm – heiß) rund und nimmt willig Gas an ? Kontrollieren Sie die Kupplung, lassen sich die Gänge leicht einlegen ? Funktioniert der Rückwärtsgang ? Gibt es ungewöhnliche Geräusche beim schalten ? Falls schlagende Geräusche beim einkuppeln zu hören sind, könnte ein Differentialschaden der Grund sein. Die Lenkung sollte kein Spiel haben und das Fahrzeug auch bei kurzen loslassen des Lenkrades in der Spur halten. Funktionieren die Handbremse und die Bremsen ordnungsgemäß ? Das Fahrzeug muss nach einem starken Bremsvorgang relativ spurstabil bleiben. Nutzen Sie die Probefahrt um das Fahrzeug gründlich zu testen, schalten Sie alle Gänge durch und fahren Sie unterschiedliche Geschwindigkeiten, achten Sie dabei auf ungewöhnliche Geräusche. Wenn es möglich ist, nutzten Sie die Probefahrt um eine Werkstatt mit Hebebühne anzusteuern und schauen Sie sich das Fahrzeug von unten an. Gibt es Rost oder Hinweise auf nachträglich durchgeführte Schweißarbeiten ?

Dieser Oldtimer Ratgeber behandelte folgende Themen:


Oldtimer Kaufen : Welches Oldtimer Modell soll es sein ?
Aufgepasst bei den Oldtimer Zustandsnoten: In der Realität oft schlechter als im Inserat angegeben.
So können Sie den Oldtimer Zustand in 11 Schritten ermitteln.
Gretchenfrage: Welche Oldtimer versprechen Wertzuwachs, kfz-wert.info Analyse 2012.
Oldtimer Besichtigung und Probefahrt – Worauf man beim Oldtimer Kauf achten sollte.

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